RESILIENZ Teil 1

RESILIENZ Teil 1

Die Kraft, die aus der Krise kommt

1. Der Mensch Sehen Sie Misserfolg als Vorstufe zum Erfolg! Bedenken Sie, dass die Lebensgeschichten vieler berühmter Menschen unglaubliche Pleiten, Pannen, Konkurse und Sackgassen enthalten, bevor sie endlich zum großen Durchbruch gelangten. Versetzen Sie sich hinein: Wie war das, als der Star von heute damals dem Untergang nahe war und nicht ahnen konnte, dass alles gut ausgeht? Spüren Sie, wie dieser Gedanke Kraft geben kann?

Lebende Systeme können innere und äußere Gegebenheiten niemals vollständig beherrschen. Sie müssen daher in der Lage sein, Abweichungen (Fehler) auszugleichen. Sie müssen fehlertolerant, fehlerfreundlich, d.h. resilient sein. Ein anschauliches Beispiel für Resilienz ist die Fähigkeit des Stehaufmännchens seine aufrechte Haltung aus jeder beliebigen Lage wieder einzunehmen. Schematisch kann man sich Resilienz auch als Attraktionsfeld vorstellen, innerhalb dessen ein System nach einer Störung immer wieder zum "Grundzustand" zurückkehrt.

In der Psychologie wird mit Resilienz die Stärke eines Menschen bezeichnet, Lebenskrisen wie schwere Krankheiten, lange Arbeitslosigkeit, Verlust von nahe stehenden Menschen, oder ähnliches, ohne anhaltende Beeinträchtigung durchzustehen. So werden z.B. Kinder als resilient bezeichnet, die in einem risikobelasteten sozialen Umfeld aufwachsen, das durch Risikofaktoren wie z.B. Armut, Drogenkonsum und Gewalt gekennzeichnet ist und sich dennoch zu erfolgreich sozialisierten Erwachsenen entwickeln. Auch die erfolgreiche Überwindung von Traumata ist ein Zeichen von Resilienz. Wesentliche Faktoren, die Resilienz begünstigen sind das soziale und wirtschaftliche Umfeld des Betroffenen, seine biologische Vitalität und seine mehr oder weniger aktive Einstellung zu Problemen. Belastende und kritische Situationen gehören zum Leben. Sie gehen an die Seele und an den Körper. Wie können wir die Widerstandskraft entwickeln, die uns in solchen Krisenzeiten hilft? Was ist das Geheimnis innerer Stärke? Wir haben so etwas wie ein seelisches Immunsystem. Und Krisen können uns sogar stärken, wenn wir wissen, welche Kräfte zu aktivieren sind. In bestimmten Lebensphasen ist diese Kraft – Resilienz – besonders wichtig, weil wir da besonders krisenanfällig sind.

Mit "Resilienz" wird in der psychologischen Forschung die psychische und physische Stärke bezeichnet, die es Menschen ermöglicht, Lebenskrisen, wie schwere Krankheiten ohne langfristige Beeinträchtigungen zu meistern.

Resilienz ist eine Fähigkeit, die jeder Mensch lernen kann. Je früher er sie erwirbt, umso besser. Am leichtesten in den ersten zehn Lebensjahren. Doch auch Erwachsene sind zu jedem Zeitpunkt ihres Lebens grundsätzlich in der Lage, ihre Widerstandsfähigkeit zu schulen. Wie? Resiliente Menschen kann man mit einem Boxer vergleichen, der im Ring zu Boden geht, ausgezählt wird, aufsteht und danach seine Taktik grundlegend ändert (resilience = englisch: Elastizität, Spannkraft). Wie? Resiliente Menschen akzeptieren die Krise und die damit verbundenen Gefühle. Sie lassen sich Zeit. Sie wissen: Weglaufen hilft nicht. Es wird eine Zeit kommen, dann werden sie wissen, was zu tun ist. Bis dahin suchen sie sich einen Ort, an dem sie wohl fühlen, und lassen dort ihren Gefühlen freien Lauf.

Resiliente Menschen schämen sich nicht ihrer Tränen, ihrer Wut, ihrer Ängste. Sie reißen sich nicht zusammen und versuchen nicht, ihre Gefühle einzufrieren.

Resiliente Menschen suchen nach Lösungen. Es gibt grundsätzlich zwei Möglichkeiten, auf Krisen zu reagieren. Man kann klagen: "Warum passiert gerade mir das? Womit habe ich das verdient? Wie konnte das geschehen? Es ist so schrecklich, das überstehe ich nicht!" Man kann aber auch sagen: "Ich habe nicht erwartet, dass mir so etwas Schreckliches widerfährt. Aber nun ist es geschehen, es liegt nicht in meiner Macht, es ungeschehen zu machen. Vor mir liegt eine äußerst schwierige und schmerzhafte Zeit - was kann ich tun, damit es mir gelingt, sie zu meistern?" Resiliente Menschen, so zeigt die Forschung, wählen die zweite Möglichkeit. Sie grübeln nicht unentwegt über ein Problem nach, sondern sind sogar im tiefsten Schmerz in der Lage, nach Lösungsmöglichkeiten zu suchen. "Wir können nicht beeinflussen, was mit uns geschieht, aber wir können entscheiden, welche Folgen das Geschehene für uns hat"

Resiliente Menschen lösen ihre Probleme nicht allein.

Ein ganz wichtiges Merkmal der Resilienz ist, dass krisengebeutelte Menschen bereit sind, mit anderen über ihre Sorgen zu sprechen. Resiliente Menschen versuchen erst gar nicht, ihre Schwierigkeiten im Alleingang zu lösen. Wie psychologische Studien übereinstimmend belegen, wird mit Schicksalsschlägen besser fertig, wer in eine Familie eingebunden ist oder ein festes soziales Netz von Freunden besitzt. Das gilt für Kinder wie für Erwachsene. Dabei achten Resiliente darauf, dass sie sich in ihrer Not an die richtigen Personen wenden. Sie suchen sich Menschen, die sich nicht von ihren Gefühlen verunsichern lassen, die einfühlend und unterstützend sind, die ihnen Mut machen und sie an ihre Stärken erinnern. Sie meiden Menschen, die nur Sprüche klopfen à la "Die Zeit heilt alle Wunden", "Du musst stark sein, schon wegen der Kinder", "Es lohnt nicht, über verschüttete Milch zu weinen" , "Anderen geht es noch schlechter als dir", "Das Leben geht weiter" oder "Wenn ich irgendetwas für dich tun kann, ruf mich an".

Resiliente Menschen fühlen sich nicht als Opfer.

Menschen, die mitten in einer Krise stecken, machen die Situation oft durch ihre Einstellung noch schlimmer, als sie ohnehin schon ist. Sie haben jegliche Hoffnung auf Änderung verloren, sehen nur noch alles grau in grau und betrachten sich als Opfer der Situation. Häufig benutzen sie Formulierungen wie "Ich kann nicht", "Niemals mehr werde ich glücklich sein", "Warum nur ist das Leben so ungerecht zu mir?", "Ich weiß nicht, was ich tun soll". Auch resiliente Menschen sind nicht gegen das Opfergefühl gefeit. Doch nach einer gewissen Zeit gelingt es ihnen, anders über ihre Situation zu denken. Statt "Ich kann nicht" zu sagen und damit dem Gefühl Ausdruck zu verleihen, völlig die Kontrolle über das Geschehen verloren zu haben, sagen sie "Ich will es versuchen...".

Resiliente Menschen bleiben optimistisch. Eine optimistische Lebenseinstellung ist das wichtigste Merkmal der Resilienz.

Ohne die feste Überzeugung, dass irgendwann, früher oder später, sich die Dinge wieder zum Positiven wenden werden, ist Widerstandsfähigkeit nicht denkbar. Dieser gesunde Optimismus darf nicht mit positivem Denken verwechselt werden. Positives Denken verleugnet die Realität, will die negativen Ereignisse schönreden. Optimistisches Denken dagegen ist kein Wunschdenken, es erkennt die Realität an, geht aber davon aus, dass negative Ereignisse, gleich welcher Art, eine befristete Angelegenheit sind und es auch wieder bessere Zeiten geben wird. Ein weiteres Merkmal optimistisch denkender Menschen: Sie verallgemeinern nicht. Wenn sie eine Niederlage einstecken müssen, dann denken sie nicht "Ich tauge nichts", sondern "Diesmal hatte ich keinen Erfolg, das nächste Mal wird es wieder klappen".

Martin Seligman ist überzeugt davon, dass jeder Mensch optimistisch denken lernen kann, je früher, desto besser. Deshalb hat er ein Programm entwickelt, das Eltern und Lehrern Anleitungen an die Hand gibt, wie sie Kinder zu optimistischem, resilientem Denken erziehen können (Martin E.P. Seligman, Kinder brauchen Optimismus, Rowohlt Verlag).

Resiliente Menschen geben sich nicht selbst die Schuld.

Am Beginn einer Krise sind Schuldgefühle fast unvermeidlich. Die Betroffenen quälen sich mit Selbstvorwürfen. "Hätte ich nur nicht so viel gearbeitet, dann wäre sie heute noch bei mir", "Wenn ich ihm nur nicht erlaubt hätte, Motorrad zu fahren", "Wäre ich nur aufmerksamer gewesen". Resiliente Menschen unterscheiden sich jedoch von anderen dadurch, dass sie ziemlich bald diese Selbstanklagen beenden und ihren eigenen Anteil an der Krise realistisch einschätzen. Sie erklären sich das Geschehen nicht mehr ausschließlich internal ("ich allein bin schuld"), sondern erkennen auch, was andere oder die Umstände dazu beigetragen haben. Je mehr es gelingt, externe Faktoren verantwortlich zu machen, desto geschätzter ist das eigene Selbstwertgefühl, desto größer die Chance, über einen Schicksalsschlag schneller hinwegzukommen.

Der Münchner Psychologe Dieter Frey konnte dies in Studien mit Unfallopfern belegen. Zwei Tage nach ihrer Einlieferung ins Krankenhaus wurden die Patienten gefragt: Wer ist schuld am Unfall? Wäre er vermeidbar gewesen? Glauben Sie, Ihre Genesung beeinflussen zu können? Das Ergebnis: Patienten, die ihrer Situation eine positive Seite abgewinnen konnten und glaubten, nicht selbst schuld am Unfall zu sein, erholten sich schneller von ihren Verletzungen als Unfallopfer, die mit ihrem Schicksal haderten ("Warum gerade ich?") und den Unfall für vermeidbar hielten. Diese Menschen brauchten im Schnitt 140 Tage, ehe sie ihre Arbeit wieder aufnehmen konnten, während die optimistischen bereits nach 80 Tagen an ihren Arbeitsplatz zurückkehrten.

Resiliente Menschen planen voraus

Haben Sie schon einmal daran gedacht, dass Ihr Arbeitsplatz irgendwann gefährdet sein könnte? Halten Sie es für möglich, dass Ihre Ehe scheitert? Was ist, wenn Ihr Vermieter Ihnen kündigt und Sie umziehen müssen? Sind Sie vorbereitet aufs Älterwerden?

Lesen Sie weiter im Teil 2

Was um mich geschieht, kann ich oft nicht ändern und beeinflussen. Worauf ich jedoch direkten Einfluss habe, ist die Art und Weise, wie ich selbst darauf reagiere und wie ich damit umgehe. Um sich über eine Sache und einen Menschen klar zu werden, hilft am besten ein Gespräch. Und dieses Gespräch biete ich Ihnen gerne an. Danke für Ihre Lebenszeit und Ihr Interesse.

HERZliche, WERT- und SINNvolle Grüße

Ihr Joachim Lontke

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