Führungsintelligenz - DSDS für Führungskräfte

DSDS für Führungskräfte?

Diese Frage drängte sich mir kürzlich bei der Lektüre dieses Spiegel-Online-Artikels auf:

http://www.spiegel.de/karriere/berufsstart/ceo-of-the-future-wettbewerb-2012-beginnt-a-845335.html#ref=rss

McKinsey, Spiegel Online und das manager magazin suchen in einem Wettbewerb den „CEO of the Future“ und fragen sich, wer eine Firma in eine vielversprechende goldene Zukunft führen kann. Das „zukunftsträchtige“ Element daran: Die Kandidaten unternehmen eine gedankliche Zeitreise ins Jahr 2030 und das Führungsverhalten, das dann erforderlich ist. In der Schlussrunde müssen sie sich einer Jury stellen.

Die verschiedenen Runden mit KO-Kriterium, die die Kandidaten durchlaufen müssen, erinnern mich gedanklich schon sehr an DSDs. Die Superstars der Zukunft werden angekündigt, durchlaufen verschiedene Runden und enden vor einer strengen Jury. Wer wohl die Rolle von Dieter Bohlen in der CEO Jury übernimmt? Ich hätte da schon ein paar Ideen ... J Am Ende werden sie unter die Fittiche eines Mentors genommen, der sie berät und fördert. Kennen wir doch irgendwie ...

Der Auswahlprozess beginnt mit einem Essay, den die Bewerber formulieren müssen, mit Ratschlägen für die CEOs von heute. Die besten Essay-Schreiber qualifizieren sich für die zweite Runde. Die überzeugendsten 20 Kandidaten erfahren in Workshops alles über Führungskompetenz – hoffentlich auch über die wahre Führungsintelligenz – und trainieren so für das Finale.

In der Endrunde schließlich – Achtung, strenge Jury – präsentieren die Kandidaten Fallstudien vor den CEOs von Unternehmen. Die drei Sieger erhalten interessante Karrierebudgets und – DSDS lässt grüßen - ein Mentoring durch ein Jurymitglied. Der Aufbau und die Ähnlichkeit zur Fernseh-Show sind doch verblüffend, nicht wahr? Diese Art von Shows scheint nun für alle möglichen Themen sehr en vogue zu sein. Ob man dadurch die wirkliche großen Talente findet und Karrieren auf den Weg bringen kann, wage ich ein wenig zu bezweifeln. Aber das ist ja beim richtigen DSDS auch nicht immer so ...

Das sind alles ganz gut erdachte Konzepte, um Aufsehen zu erregen, auf die Magazine, die das durchführen und die diversen Formate hinzuweisen. Aber es ersetzt nicht das direkte, zielorientierte Trainieren und Lernen, das Führungskräfte, vor allem junge Führungskräfte brauchen. So ein Wettbewerb ist ganz interessant, der Gewinner/die Gewinnerin sicher begabt, aber wenn das Erlernen von Führen und Führung danach aufhört, dann ist das viel, viel zu wenig. Führungskräfte, die wissen, wie man sich selbst präsentiert und auf die „Trommel“ haut, haben wir in den Unternehmen genug. Fehlt aber das Wichtigste, die gelebte und angewandte Führungsintelligenz in jeder Form, ist ein erfolgreiches, gesamtheitliches Führen nicht möglich.

web7012.webinars-excellence.com//Blog Volker Schneider.cb361.htm

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